Wir bitten darum, bevor Sie einen Hund adoptieren, zunächst den Fragebogen auszufüllen und nach einer Platzkontrolle die Schutzgebühr auf das Vereinskonto zu überweisen. Nur nach Eingang des Geldes können wir Ihnen den jeweiligen Hund zukommen lassen.

Die Hunde können nur dann aus Rumänien ausreisen, wenn wir Plätze für sie haben. Wir sind kein Tierheim, sondern ein Tierschutzverein und wir arbeiten ausschließlich mit Pflegeplätzen, das bedeutet, nur wenn jemand diese Hunde aufnehmen wird, dann können sie kommen. Die Pflegestellen sind in ganz Deutschland, von Bayern bis zur Nordsee, von der Grenze zu Luxemburg bis zum Bodensee verteilt.

Für Sie bedeutet das: Bitte vorab die Schutzgebühr auf das Vereinskonto zahlen, erst dann kann der Hund kommen, da wir für die Transportkosten, die Impfungen, Gesundheitsprüfung und für die Traces- Papiere. Erst dann erfolgt die offizielle Ausreise, legal und angemeldet über die jeweiligen Veterinärämter. Allein die Gesundheitsprüfung und das Chippen und Impfen der Hunde in Rumänien, die Entflohung und die Entwurmung, kosten ca. 91 €. Weiterhin kommen die Transportkosten von ca. 200 € pro Hund hinzu und eine Kastration von 30 bis 60 € pro Hund. Daraus ergibt sich der Betrag von 320 € bis 350 € pro Hund.

 

Erkenntnis einer lieben Tierschützerin:

Die meisten rumänischen Straßenhunde sind über viele Generationen – mindestens seit 1980 also über 35 Jahre lang – quasi verwildert aufgewachsen. Sie kennen kein normales Zusammenleben mit Menschen, keine Wohnung, keinen Leinenauslauf. Normalerweise behält man solche Hunde mindestens 2 – 4 Wochen zu Hause, und auch im Garten an der Leine, sonst flüchten sie. Das ist ganz normal. Und das ist bei Pflegeplätzen die man nicht kennt, immer problematisch weil die Menschen sich die Verhältnisse, aus denen die Hunde kommen, nicht vorstellen können.

Die rumänischen Hunde sind in der Regel erst einmal skeptisch, sie hinterfragen, sie beobachten und dann entscheiden sie, nämlich wem sie inwieweit vertrauen und wem nicht und auch das war für sie in ihrem Heimatland überlebenswichtig. Wenn man ihnen dann Sicherheit und Struktur bietet, dann werden sie die treuesten Begleiter. Kein Wunder, wenn ein Hund nicht gleich aus dem Transport rausspringt, so nach dem Motto „Hallo, hier bin ich“ Dies ist das keine Ausnahme, sondern die Regel, denn die Hunde kommen aus Tötungen, sie sind müde, fertig, haben sich teils aufgegeben, hatten 24 Std. Dauerlärm, waren der Hitze, der Kälte, der Nässe, den Parasiten ausgesetzt, haben sich abends hungrig in den Dreck gelegt weil kein Schlafplatz da war, wurden in ihrem Rudel gemobbt und konnten nicht weg einfach weil eingesperrt waren.

 

Sie finden im Folgenden einen Auszug aus der Homepage des ehemaligen Vereines Tiere in Not, Geretsried, welcher am 26.01.2011 die Übernahme/Teilübernahme dieses Schreibens auf unsere Homepage zugestimmt hat. Der ehemalige Verinsvorsitzende Herr Albrecht Widmann hat die Veröffentlichung genehmigt, da der Verein Tiere in Not Geretsried e.V. nicht mehr existiert.

Was Sie sich genau überlegen sollten, bevor Sie einen Hund aufnehmen

Hier noch einmal die Sicherheitsmaßnahmen, falls Sie sich unsicher sind oder auch keine bestimmten Maßnahmen kennengelernt haben bzw. noch nichts darüber wissen:

Hunde die einen Tag in einer Box verbringen müssen um nach Deutschland zu kommen, haben nur eines im Sinn: FLUCHT! Sie wissen nicht dass ihnen ein gutes Leben bevorsteht und sie haben Angst getötet zu werden. Deshalb:

  1. Umladeaktionen und Übergaben aus unseren genehmigten, rumänischen Hundetransporten finden wie folgt statt: Nur in einem eingezäunten Gelände, in welches der Transporter ohne Probleme einfahren kann.
  2. Den Hund in einer Transportbox transportieren auch bei Übergaben – um die Sicherheit des Hundes zu gewährleisten.
  3. Bevor der Hund aus der Transportbox geholt wird, werden IN der Transportbox Halsband und Geschirr überprüft, ein Karabinerhaken der Leine sollte im Halsband und der andere Karabinerhaken im Geschirr eingeklickt sein, so ist der Hund doppelt gesichert und kann die Transportbox nun verlassen
  4. Den Hund sollte erst in den geschlossenen Räumen aus der Transportgeholt werden, damit dieser aus Angst nicht weglaufen kann.
  5. Falls der Hund doch ohne Transportbox fahren sollte, empfehlen wir folgende Vorgehensweise:Tür auf, Hund in der Box kontrollieren, doppelt sichern, Hund ins Auto, Hund sichern – also „festbinden“ und dann Tür zu. Sollte die Transportbox nicht ins Auto passen, Tür auf, Mensch rein, Box vor den Sitz oder Ladefläche, Tür der Box auf, Hund raus, Mensch nimmt Hund in Empfang und hält ihn fest, Box weg, Tür/Klappe zu, Hund festbinden, Tür/Klappe auf und Mensch kann wieder raus.

 

Hund beim neuen Adoptanten respektive Pflegestelle:

Wir empfehlen folgende Vorgehensweise beim Umgang mit einem Tierschutzhund zu Hause:

  1. Den Hund erst in EIN Zimmer einschließen – dann Haustür öffnen, niemals eine Haustür nur anlehnen, sondern schließen;
  2. Den Hund die ersten Tage nur mit Schleppe durchs Haus laufen lassen;
  3. Den Hund im Garten nur angeleint mit seinem Menschen laufen lassen und nie ohne Aufsicht zurücklassen;
  4. Die ersten Autofahrten: Hund rein, Hund sichern/festbinden, Autotüre zu. Somit ist Hund gesichert wenn die Tür wieder am Zielort geöffnet wird.
  5. Sicherheitsgeschirr für den neuen Hund kaufen und Reflektor-Streifen anbringen lassen, die können das Leben des Hundes retten.

Sicherheitsgeschirr mit Streifen die das Lampenlicht reflektieren.

 

Gründe zur Hundeanschaffung:

Da sich aufgrund der Coronapandemie die Anfragen häufen, möchten wir hier einige Gründe benennen, warum man sich bzw. warum man sich keinen Hund ,,anschaffen“ sollte.

Falsch:

  • Das Kind möchte einen Hund
  • Welpen sind sooooooooooooo süß
  • Hunde sind gerade mal wieder in Mode
  • Man möchte einen Hund, aber nicht im Haus (Zwinger)
  • Man ist sich nicht so sicher, ob man will oder nicht, also erst mal anschaffen und dann weitersehen

Richtig:

  • Das Kind möchte einen Hund und die Eltern möchten gerne für das Tier sorgen
  • Man ist bereit für die Verantwortung, in den nächsten 10-15 Jahren und möchte einen vierbeinigen Freund – Man empfindet es als Bereicherung seines Lebens, einen Hund zu halten

 

Ist die Entscheidung zugunsten eines Hundes gefallen, gibt es immer noch viel, was berücksichtigt werden muss:

Ein Hund soll her – was ist vorher zu bedenken?

  • Sind alle Familienmitglieder einverstanden?
  • Ist Hundehaltung erlaubt? Eine Schriftliche Einwilligung vom Vermieter muss vorgelegt werden!
  • Ist meine Wohnung / mein Haus „hundesicher“, d.h. Steinboden/Fliesen etc. oder kann ich mit evtl. Unfällen (Stubenunreinheit) auf dem Teppich/Parkett leben?
  • Steht ein Umzug an?
  • Ist genug Geld vorhanden? (Futter, Steuer, Tierarzt, Versicherung)
  • Ein Hund mit ca. 25 Kilo Gewicht kostet im Monat ca. € 80,00, inkl. Futter, Steuer, Versicherung, Impfungen, etc.
  • Wo hält sich der Hund überwiegend auf?
  • Wo ist sein Schlafplatz, wo ist sein Futterplatz? (Der Schlafplatz sollte an einem hellen Ort sein, eine „Dunkelkammer“ ist nicht schön! An einem Fenster oder einer Balkontür (ohne Zugluft da Erkältungsgefahr droht) erfreut jeden Vierbeiner, da es da sicherlich viel zu sehen gibt!
  • Wer geht wann mit dem Hund spazieren?
  • Was passiert mit dem Hund, wenn Sie in den Urlaub verreisen?
  • Kenne ich schon einen guten Tierarzt?

Es gibt sicher noch viel mehr, was man aufzählen könnte. Die Quintessenz des Ganzen ist einfach, dass man sich der vollen Verantwortung bewusst sein muss.

 

Ich bin berufstätig, kann ich einen Hund halten?

Viele Hundeliebhaber antworten hier mit einem klaren „NEIN“. Wir gehören nicht dazu!

Es gibt allerdings ein paar wichtige Regeln zu beachten, wenn man jeden Tag lange nicht zu Hause ist.

Die goldene Regel lautet: niemals einen Einzelhund halten, wenn man arbeitet. Wer jemals zwei Hunde hatte, wird merken, dass es die Haltung sehr vereinfacht und auch mehr Spaß macht, zwei oder mehr Hunde zu halten. Aber für Berufstätige ist es einfach ein MUSS, dass der Hund einen Partnerhund hat.

Nach der Arbeit geht’s nicht zum Feierabendbier, sondern auf dem schnellsten Weg nach Hause (ihr/e Vierbeiner wartet/warten schon sehnsüchtig auf Sie!). Ausgiebige Spaziergänge vor und nach der Arbeit sind Standard und tun auch dem Menschen gut. Im Idealfall sollen die Vierbeiner immer richtig müde sein, wenn sie zu Hause bleiben müssen.

Hunde schlafen bis zu 16 Stunden am Tag. Wenn alles gut eingespielt ist, sind die 8 Stunden davon die Arbeitszeit des Herrchens. Dennoch ist zu beachten, dass 8 Stunden eine sehr lange Zeit sind und dies nicht für jeden Hund geeignet ist. Können Sie 8 Stunden aushalten ohne Ihre Notdurft zu verrichten? Vielleicht haben Sie einen netten Nachbarn/Freund etc. der den Hund wenigstens 1‐2 mal kurz raus lassen kann.

Hierbei sind allerdings NICHT Kinder unter 10 Jahren gemeint, die eine solche Verantwortung übernehmen sollen!

Berufstätige sollten sich keinen Welpen anschaffen (außer Sie haben genügend Urlaub, vorzugsweise 2-3 Wochen, die für die Anfangszeit eingeplant werden sollten), sondern lieber einen erwachsenen Hund. Das tut den Hunden gut und auch der Wohnung, die nicht aus Langeweile zerlegt wird.

Sie sollten mMöglichst feste Zeiten einhalten. Hunde können 5 Stunden nicht von 7 Stunden unterscheiden.

Regelmäßigkeiten aber schon, und diese sind sehr wichtig.

Auch nach einem langen Arbeitstag: ein bisschen Spielzeit sollte immer noch gehen

 

Welcher Hund ist der Richtige?

In der Vielfalt der Hunderasse und Mischlinge ist es schon schwer, den richtigen Hund zu finden. Viele Rassen sind immer mal wieder in Mode.

Menschen, die nicht so aktiv sind oder nicht so viel Zeit für Bewegung haben, sollten von bestimmten Rassen absehen oder nur ältere Vertreter zu sich nehmen. Abstand nehmen sollte man in diesem Fall von nordischen Rassen (Husky, Malamute und co.), Windhundrasse (auch Podenco, Galgo und co.), sehr kräftige Rassen mit viel Power (Staffords, Rottweiler und co.), und Hütehunderassen (Border Collies, Kangal und co.).

Auch manch kleiner Hund ist nicht zu unterschätzen (Jack Russel Terrier und co.).

Die eben aufgezählten Hunderassen sind sehr gut geeignet für Menschen mit viel Zeit und/oder sportlichem Engagement. Diese Hunde sind ideal für Agility oder ähnliche Hundesportarten und benötigen eine diszipliniertere Hand.

 

Für ruhigere oder ältere Menschen sind geeignet:

Kleinere Hunde wie Basset, Dackel, Corgy (siehe die Queen) und co.

Ältere Hunde können evtl. auch aus den oben genannten Rassen kommen, Mischlinge je nach Veranlagung. Familien kommen gut mit Labrador- und Retrieverhunden zurecht, weil diese Hunde nicht unbedingt auf eine Person ausgerichtet sind, sondern mehrere „Alphaherrchen“ und „Alphafrauchen“ akzeptieren können.

Das gleiche gilt auch für Schäferhunde.

Nordische Hunde haben nur einen „Alphamenschen“ und der Rest der Familie ist Fußvolk. Das kann dann leicht zu Dominanzproblemen führen, wenn man nicht so hundeerfahren ist.

Besonders liebeswerte Familienhunde sind übrigens die ach so schrecklichen „Kampfhunde“. Wer die Mühe des Wesenstest auf sich nehmen kann/möchte und sich ca. € 700,00 Steuer im Jahr leisten kann, der sollte sich überlegen, ob er/sie sein Herz nicht an eine solche arme verkannte Kreatur verschenkt!

Ein guter und strenger Rudelsführer (Frauchen oder Herrchen), sollten in der Lage sein, auch Kämpfe zwischen Hunden zu unterbinden.

Es gibt nur einen Rudelsführer, das ist Frauchen oder Herrchen, sie bestimmen die Rangordnung in der Gruppe und sorgen für Ruhe.

Sollte es doch mal zu Unstimmigkeiten zwischen den Hunden kommen, empfehlen wir die Anwendung von Hundeschellen. Einfach zwischen die Hunde werfen…dann sollte eigentlich Ruhe einkehren.

Es gibt eine bestimmte Altersgruppe, ab der wir keinen Hund mehr vermitteln. Das Wohl des Hundes darf nicht aus dem Blick verloren werden. Hunde können bis 19 Jahre alt werden und wir wollen vermeiden dass Hunde ins Tierheim abgegeben werden, wenn die älteren Herrschaften dem Tier aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gerecht werden können.

 

Woher soll mein Traumhund kommen?

Gleich zu Anfang: Wir raten nicht zu Hunden von Züchtern! Auch wenn man hier sicherlich differenzieren muss und es gute und schlechte Züchter gibt. Wir sind einfach nur der Auffassung, dass es schon mehr als genug „Tierwaisen“ in allen Altersgruppen, Farben und Formen gibt. Diese müssen erstmals ein Zuhause haben, bevor man über Züchter nachdenken kann.

Wenn Sie sich trotzdem für ein Tier vom Züchter entscheiden, dann bitte mit Vorsicht. Bitte nicht auf unseriöse Kleinanzeigen melden und immer persönlich ohne Voranmeldung mal umsehen. In fast allen Hundezeitschriften gibt es viele Infos und Adressen von seriösen Züchtern, die auch dem Deutschen Züchterverband angehören. Eine zweite Möglichkeit ist einen Hund von Privat zu erwerben. Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Man sollte sich das Tier ansehen, eine Schutzgebühr sollte immer verlangt werden und die Impfpapiere müssen in Ordnung sein.

Eine dritte Möglichkeit ist das Tierheim. Fast alle größeren Städte haben ein solches und platzen aus allen Nähten. Die Formalitäten sind recht einfach, sofern der Hund schon mindestens 7 Tage im Tierheim verbracht hat (Bei Fundhunden ist das Pflicht!). Die Gebühr richtet sich nach den angefallenen Kosten und beträgt normalerweise zwischen € 200,00 und € 450,00. Die Impfungen des Tieres sind mit eingeschlossen.

Die meisten Tierheime machen Vor- und Nachkontrollen beim zukünftigen Besitzer, um sicherzugehen, dass das Tier auch artgerecht untergebracht wird.

Eine vierte Möglichkeit ist: Hunde (meistens Welpen und aus dem Ausland) als sogenannte Wühltischware. Hierzu ist nur ein deutliches„ N E I N ! ! ! „ zu sagen

Es gibt noch eine fünfte und die von uns favorisierte Möglichkeit:

Helfen Sie uns und den Hunden aus Rumänien, die dort keine langes und schönes Leben erwartet.

Gemeinsam finden wir sicherlich, den passenden Hund für Sie und Ihre Familie. Und glauben Sie mir, meist nach anfänglicher Scheue und mit etwas Geduld, finden Sie bei uns Ihren zweibeinigen Partner für’s Leben. Die Treue und Dankbarkeit die Ihnen der Hund nach gewisser Zeit zeigen wird, kann keiner mit Worten wieder geben.

Informieren Sie sich telefonisch oder persönlich bei unserer Vereinsvorsitzenden, bei einer von unseren vielen Pflegestellen oder einfach auf unserer Homepage:

www.befreite-hunde.de

 

Ist der Hund verträglich mit …

Eine konkrete Antwort hierauf gibt es nicht! Grundsätzlich können wir hierzu Folgendes sagen:

Kindern?

Das kommt ganz darauf an, für welches Tier Sie sich interessieren und zum anderen, wie alt Ihre Kinder sind. Ob Ihre Kinder bereits über Hundeerfahrung verfügen oder noch Anfänger sind, spielt ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle. Sollte das Tier, für das Sie sich interessieren, aufgrund bestimmter Verhaltensmuster unseres Erachtens besser nicht zu Kindern vermittelt werden, werden wir Ihnen von diesem Tier abraten bzw. es ihnen gar nicht erst vorschlagen, geschweige denn vermitteln.

Erhalten Sie also möglicherweise kein „grünes Licht“ von uns, versuchen Sie bitte die Entscheidung auch aus unserer Sicht zu sehen, denn nicht nur unsere Tiere, sondern auch das Wohlergehen Ihrer Familie und das spätere Zusammenleben zwischen dem Tier und ihnen ist uns wichtig. Wir werden Ihnen in einem solchen Fall gerne alternativ andere Tiere vorschlagen, die unseres Erachtens besser in Frage kämen und dann wäre es schön, wenn

Sie Ihr Herz noch einmal verlieren könnten……

Eine kindgerechte Zusammenstellung wie man mit einem Hund umzugehen hat finden Sie unter der folgenden Internetadresse, hier wird tolle Aufklärungsarbeit geleistet – Polizei Bayern (Stand: 11.04.2017)

https://www.polizei.bayern.de/content/2/5/2/3/3/4/kind_hund.pdf

Andere Hunden / Katzen?

Wir können Ihnen unsere Eindrücke weitergeben, die wir von dem Tier bei uns gewonnen haben. So können wir Aussagen darüber treffen, ob es sich bei uns mit Artgenossen verstanden hat oder beispielsweise auf gleichgeschlechtliche Artgenossen aggressiv reagiert hat. Eine Garantie, dass der Hund dieses Verhalten in jeder beliebigen Situation beibehalten wird, gibt es nicht. Sie werden für kein Tier eine definitive Aussage über seine Verträglichkeit treffen können, denn wie auch beim Menschen, kann man den einen oder anderen eben besser oder schlechter riechen. In der Regel haben unsere Vierbeiner jedoch ein ausgesprochen gutes Sozialverhalten. Generell haben wir bei der Vermittlung eines Hundes zu einer/mehreren Katze/n durchweg positive Erfahrungen gemacht. Dennoch müssen Sie den Tieren eine längere Zeit des „sich aneinander Gewöhnens“ einräumen, denn solch eine Freundschaft braucht etwas Zeit und wird sicherlich auch manchmal Ihre Nerven auf die Probe stellen, denn in der Regel wird erstmals von der Samtpfotenseite aus gefaucht, gebuckelt und geschmollt…… Aber es soll auch Katzen geben, die sich gar nicht weiter von Hunden beeindrucken lassen. Naturgemäß sollten Sie auf jeden Fall einen Vierbeiner „ins Auge fassen“, der keinen ausgeprägten Jagdtrieb hat.

Kaninchen, Frettchen, Nagern, Vögeln oder anderen Kleintieren?

Hier gilt allgemein zu bedenken, dass bei jedem Hund (bis auf wenige Ausnahmen) gewöhnlich ein gewisser –mehr oder weniger ausgeprägter – Jagdtrieb vorhanden ist und dass Kleintiere also generell zu seinen Beutetieren gehören. Sie sollten auf jeden Fall die Möglichkeit haben, die Tiere getrennt voneinander zu halten, denn ansonsten könnte eine Hundehaltung im schlimmsten Fall auch tödlich für Ihr/e Kleintier/e enden.

Und das wollen wir auf keinen Fall!!!

 

Wie lange kann der Hund alleine bleiben?

Hierüber können wir nur annähernd Auskunft geben, wenn wir wissen, wie oft und wie lange das Tier bei Ihnen alleine bleiben müsste. Jedes Tier hat unterschiedliche Bedürfnisse. Während ein Jungtier vielleicht mit Interesse Ihre Wohnung / Ihr Haus erkunden wird, könnte ein älteres Tier die Zeit für ein Schläfchen nutzen, ebenso aber auch lautstark nach Ihrer Rückkehr verlangen. Generell muss mit einem Hund das Alleinbleiben mit einiger Geduld geübt werden. Ihr Hund wird anfangs nicht gleich verstehen, dass Sie ihn nicht mitnehmen können. Beantworten Sie sich ehrlich die Frage, ob Sie hierzu die nötige Zeit und Geduld aufbringen können, das Alleinsein zu trainieren. Denn 5 Stunden sind extrem lang für jeden Hund und der Hund leidet darunter.

 

Wie groß wird der Hund einmal?

Er sollte aber keinesfalls größer als…………………… werden!

Da es sich bei fast allen unseren Hunden um Mischlinge aus den Tierheimen und Tötungsstation in Rumänien handelt, bei denen in der Regel ein oder beide Elternteile nicht bekannt sind, lässt sich diese Frage praktisch nicht 100 %ig beantworten. Wir können hier nur Erfahrungswerte vermitteln bzw. aufgrund bestimmter Rassekriterien Schätzungen abgeben. Wenn für Sie eine bestimmte Größe von Bedeutung ist, z.B. aufgrund von Vermieterauflagen, etc., können wir Ihnen nur empfehlen, sich für ein bereits ausgewachsenes Tier zu entscheiden.

Ganz wichtig, beim neuen Familienmitglied….egal, wie sich der Hund anfangs verhält!

 

BITTE,

wenn Sie mit dem Hund spazieren gehen, ziehen Sie ihm immer ein Brustgeschirr und ein Halsband an!

Sichern Sie den Hund zweimal an der Leine ab. Es geht so schnell, dass sich der Hund aus Angst aus dem Brustgeschirr oder dem Halsband windet. Beides mit einem Karabiner an der Leine befestigen hat aus Erfahrung schon viele Hunde vor dem Weglaufen gerettet!!! Und im schlimmsten Fall auch vor Tod bewahrt, wenn er z. B. vor ein Auto läuft!

 

Hier noch ein paar hilfreiche Informationen zum glücklichen Miteinander:

  • Den Hund 2x am Tag füttern (Welpen 3x am Tag). Große Hunde brauchen keine übergroßen Portionen!!! Gefahr der Magendrehung beachten! Nicht gleich nach dem Fressen spielen oder spazieren gehen! Eine Magendrehung muss SOFORT operiert werden, ansonsten kann dies tödlich für den Hund enden!!! Wenn der Hund nicht alles frisst, das Restfutter nach Verlassen des Futterplatzes wegräumen!
  • Wasser immer anbieten, täglich frisch!!!
  • Den Hund erst füttern, wenn man selber gegessen hat!
  • Der Hund muss warten bis er fressen darf, lassen Sie ihn nicht an den Napf (bis Sie es erlauben)!
  • Den Hund nicht immer genau zur selben Zeit füttern (das merkt es sich ganz schnell und wird dann danach, auch mal lautstark, verlangen)!
  • Bei Tisch wird nicht gebettelt (Hund wird nicht vom Tisch gefüttert, auch wenn er noch so traurig schaut)!
  • Ihm keine erhöhten Plätze zugestehen (Bett, Sofa, etc.). Wenn ihr es aber wollt, dann nur auf euer Kommando und nur so lange wie Sie es möchten/gestatten!
  • Beachtung darf dein Hund ebenfalls nicht von sich aus einfordern (ignoriere deinen Hund ruhig öfters am Tag)!
  • Den Hund nicht in alle Räume lassen (Erklärung: Die Lieblingsplätze des Ranghöheren sind für den Rangniedrigeren tabu)!
  • Den Hund bürsten, die Ohren sauber machen, das Spielzeug wegnehmen, das Futter wegenehmen, in den Mund schauen lassen, etc. Der Ranghöhere darf sich jederzeit aufdrängen! (Bester Zeitpunkt, wenn der Hund müde ist)
  • Jedes halbe Jahr die Analdrüsen beim Tierarzt ausdrücken lassen, damit der Hund keine Entzündung in diesem Bereich bekommt.
  • Sorge dafür, dass dir dein Hund an der Tür immer den Vortritt lässt!
  • Nicht über den Hund steigen bzw. um ihn herum gehen wenn er im Weg liegt, sonder ihn (ab und zu) zur Seite schicken (Erklärung: Rangniedrigere müssen den Ranghöheren Platz machen)!
  • Wichtige Regel: Den Hund immer als letztes begrüßen!!!
  • Der Hund muss einen festen Platz haben, wo man ihn auch des Öfteren hinschickt!
  • Ignoriere bei deinem Hund das Anstoßen oder Jaulen, keinesfalls darf dein Hund für Belästigung oder Störung Aufmerksamkeit bekommen!
  • Ich fordere zum Spiel, ich fordere zum Spaziergang, ich fordere zum streicheln, ich fordere zum füttern auf ALLE sozialen Aktionen gehen von mir aus, nicht vom Hund!
  • Mache mit deinem Hund keine Spaziergänge oder Spiele gleich nach dem Fressen! Gefahr der Magendrehung!!
  • Den Hund im Spiel nicht beißen lassen! Scharfes „Nein“ und Spiel sofort beenden!
  • Mit dem Hund spielen, aber mit Regeln und am Ende das Spielzeug einbehalten! (Erklärung: Ich beginne das Spiel, ich beende das Spiel wenn es am schönsten ist, denn der Ranghöhere dominiert auch im Spiel)
  • Lasse nicht zu, das dein Hund im Spiel seine gelernten Benimmregeln außer Acht lässt. Er darf z.B. auch im Spiel nie scherzhaft nach dir schnappen oder dich anspringen, wenn er es doch macht, dann das Spiel sofort abbrechen!
  • Spielzeug nicht zur freien Verfügung lassen!
  • Bei schlechtem Benehmen, den Hund längere Zeit (komplett!) ignorieren!
  • Beende das Spiel immer dann, wenn es dem Hund gerade am meisten Spaß macht!
  • Verwende nur hundegeeignetes Spielzeug (z.B. Ball, Frisbee, etc.), Holzstöcke machen zwar riesig Spaß, aber die Verletzungsgefahr ist damit deutlich höher!
  • Wechsle beim Spaziergang, ohne Vorwarnung, öfters die Richtung. Keinesfalls dem Hund die Richtung und das Tempo bestimmen lassen!
  • Verstecken spielen! Aber nur wenn keine Gefahr oder Ablenkung durch andere herankommenden Menschen oder Hunde droht. Verstecke dich dann ab und zu hinter einem Baum, das soll die Aufmerksamkeit auf dich fördern!
  • Vor einer (längeren) Autofahrt, den Hund 1 1/2 bis 2 Stunden nicht füttern (evtl. Unverträglichkeit)!
  • Den Hund erst auf Kommando ins Auto und aus dem Auto springen lassen (Welpen unbedingt tragen!)
  • Den Hund im Sommer nie im Auto lassen, sonst droht kläglicher Hitzeschlag, schlimmstenfalls mit Todesfolgen!!! Immer für ausreichend Wasser sorgen!
  • Der Hund soll dir untergeordnet sein, aber kein verschüchterter Sklave!

Generell gilt:

  • Wenn ein anderes Tier (Katze, Hase, etc.) NICHT vom Hund wegläuft, sondern stehen bleibt, erweckt es beim Hund keinen Jagdinstinkt und auch keinen Spieltrieb um dieses Lebewesen zu fangen. Nur wer kann jede Sekunde diese Tiere überwachen??? Wer kann garantieren, dass in gewissen Situationen, besonders wo sich ein Tier unbeobachtet fühlt, nicht doch ein Spieltrieb ein anderes Tier verletzen, wenn auch ungewollt? Augen auf !!!
  • Körperliche Strafe führt zu Angst- und Meideverhalten! Keineswegs zu Denk- und Leistungsfähigkeit!

Eine kleine Hilfestellung, wie Sie Ihr neues Familienmitglied aufnehmen sollten:

  • Bitte bereiten Sie dem Tier für seine Ankunft einfach nur ein Körbchen oder einen Korb mit Decken vor und stellen Sie ihm Futter und Wasser bereit. Lassen Sie ihn danach am besten einfach nur in Ruhe, damit er in Frieden ausloten kann, wo er eigentlich gelandet ist.
  • BITTE gehen Sie schon vorher zum Schlüsseldienst und lassen Sie sich aus Metall eine runde Erkennungs-Plakette machen, auf der Ihr Familienname, Ihr Wohnort samt Postleitzahl sowie Ihre Telefonnummer angegeben sein sollten. Diese Plakette befestigen Sie dann bitte mit einem starken Ring am Halsband Ihres Hundes. Dann kann jeder, der den Hund findet, sofort sehen, wo er hingehört, und dann muss das arme Tier, falls es vielleicht aus irgendeinem Grund verloren gehen sollte, nicht die beängstigenden Umwege über Polizei und Tierheime machen, um endlich wieder bei Ihnen landen zu dürfen.
  • BITTE stecken Sie den Hund nicht gleich nach seiner Ankunft bei Ihnen in die Badewanne!
  • BITTE schneiden Sie ihm nicht gleich irgendwelche Nägel!
  • BITTE kratzen Sie dem Hund nicht sofort nach seiner Ankunft den Zahnstein von den Zähnen!
  • BITTE seien Sie nicht laut und hektisch, sondern ruhig, sanft und freundlich – und bewegen Sie sich nach Möglichkeit nicht zu schnell und nicht zu hektisch!
  • BITTE greifen Sie nicht von oben her nach dem Hund, sondern freundlich von unten her, denn sonst fühlt sich der Hund von Ihnen bedroht.
  • BITTE gehen Sie nicht sofort mit dem Hund spazieren! (Er wird sich furchtbar ängstigen und Ihnen vielleicht fortlaufen!!! – wohin?!!) Lassen Sie ihn einfach nur zur Ruhe kommen.
  • BITTE sausen Sie nicht gleich zum Tierarzt mit ihm, um ihn einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen!
  • Falls der Hund schmutzig ist und nicht gut riecht: Warten Sie bitte bis zum nächsten Tag!
  • Bis dahin hat er sich vielleicht schon ein wenig von der Reise erholt, und dann können Sie ihn immer noch baden. Wahrscheinlich hat der Hund große Angst vor dem Geräusch des elektrischen Haartrockners. Am besten, Sie rubbeln ihn nur gut ab und stellen danach sein Körbchen an die Heizung.
  • Zum Ausführen des Hundes ist aus Sicherheitsgründen ein Brustgeschirr besser als ein Halsband, aus dem er sich relativ leicht befreien kann.

Das Tier wird es Ihnen danken!

Wir bitten Hundebesitzer bei jedem ihrer Hunde die Analdrüsen mindestens 3 Mal pro Jahr beim Tierarzt ausdrücken zu lassen, sofern man das nicht alleine machen will und kann. Es kostet ca. 10 € und erspart dem Hund Schmerzen, rutschen auf dem Boden und Drücken beim Stuhlgang.